Darum geht´s:

Die Eduard Lutz Schrauben-Werkzeuge GmbH, in der Region auch bekannt als „Schrauben Lutz“, ist längst kein kleiner Schraubenhändler mehr. Als inzwischen dienstleistungsorientierter, mittelständischer Fachhandel setzt Lutz auf Digitalisierung

hatte die Eduard Lutz Schrauben-Werkzeuge GmbH aus Gersthofen allen Grund zu feiern: Der Fachhändler rund um professionelles Handwerksbedarf und wurde 75 Jahre alt. Das Familienunternehmen kann auf ereignisreiche Jahre zurückblicken. Denn Lutz wuchs vom kleinen Schraubenhändler zum innovativen Vollsortimenter heran. Mit mittlerweile über 260 Mitarbeitern deutschlandweit ist das mittelständische Unternehmen an fünf Standorten vertreten und Anlaufstelle für zahlreiche Handwerks-, Industrie- und Kommunalbetriebe. Im Jubiläumsjahr startete Lutz zugleich in die Zukunft. Die Vision ist klar: „Wir sehen uns künftig als intelligenter – also dienstleistungsorientierter – Fachhandel“, erklärt Markus Lutz, der Geschäftsführer in dritter Generation.

Seit über 75 Jahren am Standort A³

Sein Großvater Eduard Lutz sen. war es, der 1946 einen kleinen Schraubenhandel in Augsburg eröffnete. Als „Schrauben Lutz“ wurde sein Unternehmen in der Region bekannt. Nach mehreren Umzügen ließ sich der Händler schließlich am Standort Gersthofen im Landkreis Augsburg nieder. Bis heute schlägt hier das Herz des Unternehmens, das in den vergangenen Jahren das Wachstum forcierte und sein Einzugsgebiet vergrößern konnte. So kamen zu Gersthofen vier weitere Verkaufsniederlassungen hinzu. Die erste Außenstelle wurde bereits 1990 in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) gegründet. Daraufhin übernahm Lutz bekannte Traditionsunternehmen. Etwa das Hause Attinger, dessen Werkzeuggeschäft 2004 übernommen wurde. In den Jahren 2011, 2013 und 2018 folgten die Standorte Weilheim, Neuburg und Bopfingen.

So macht das Unternehmen die Zukunft besser:

  • Robotergestütztes Logistik-System senkt körperliche Belastung der Versand-MitarbeiterInnen
  • spezialisierter Fachkräfte
  • Handwerk- und Industriepartner werden durch angebotene Dienstleistungen in ihren (Beschaffungs-) Prozessen entlastet

Wandel zum dienstleistungsorientierten Handel

Mit jedem weiteren Standort wuchs das Sortiment des Unternehmens aus Gersthofen. Inzwischen können Kunden aus mehr als 350.000 Produkten wählen. Von der Schraube bis zum Borhammer, vom Helm bis zur persönlich bestickten Arbeitsjacke. „Doch wir sind keine reinen Verkäufer, wir sind auch Dienstleister“, sagt Markus Lutz. Mit der wachsenden Auswahl an Artikeln wurde persönliche Beratung und Nähe zum Kunden immer wichtiger. Neben dem Handel spielen auch produktnahe Services eine wachsende Rolle. So gibt es zu allen Produkten Spezialisten im Unternehmen, die beispielsweise vor Ort eine Brandmeldeanlage montieren oder vorgeschriebene Leiterprüfungen durchführen. Dieser Ansatz mache neue Lösungen möglich. Dazu gehören etwa individuell angepasste Beschaffungslösungen wie Scanner am Arbeitsplatz. können damit einfach einen Code scannen und sich zum Beispiel schnell ein Paket Nägel auf die Baustelle liefern lassen. Oder dezentrale Ausgabeautomaten im Betrieb, um die Wege der Werkzeugbeschaffung für die Mitarbeiter zu verringern. Ziel ist es, die Kunden in ihren Prozessen zu entlasten.

Unternehmensentwicklung und Wachstum digital planen

Um diesen Anforderungen mit Blick in die Zukunft gerecht zu werden, war eine strukturelle Neuordnung bei Lutz nötig. Vor allem aber war es die schnell voranschreitende Digitalisierung in der Branche, die das Geschäft auf vielen Ebenen änderte und damit Treiber der Unternehmensentwicklung war. Zwei Zahlen machen das deutlich: Innerhalb von drei Jahren wuchs das IT-Team bei Lutz von drei auf acht Mitarbeiter. In der gleichen Zeit wurden aus 200.000 gelisteten Artikeln 1,6 Millionen Datensätze. Schon 1998 stieg Lutz in die Welt der elektronischen Medien mit einem eigenem Online-Shop ein. Seit rund sechs Jahren gibt es nun eine eigene E-Business-Abteilung. Neben den neuen Strukturen setzt das Unternehmen auch beim Thema intelligente Logistik an. In einem Neubau neben dem Stammhaus in Gersthofen entsteht eine neue Logistikhalle für die Firmengruppe. Kernstück bildet die Autostore-Anlage. Hier werden zum Start in 25.000 Boxen Kleinteile gelagert, die sonst vom Hersteller geliefert werden müssten. Am Ende hat das System eine Kapazität von 36.500 Boxen. Zudem weiß das smarte System genau, wo welches Produkt liegt. Wird ein Artikel in der Kommissionierung benötigt, so bringen es kleine Roboter vollautomatisiert zum Versand-Mitarbeiter. So können viele Bestellungen schon nachts vorbereitet werden. Damit all dies künftig reibungslos abläuft, werden die Prozesse aktuell auf dem PC simuliert.

Chancen der Digitalisierung nutzen

Das traditionsreiche Handelsunternehmen aus Gersthofen, das reinen Handel mit Elementen von Dienstleistungen verbindet, übersetzt seine Erfahrung in die digitale Welt und forciert Digitalisierungsaktivitäten.

Bausteine für die Zukunft am Standort A³

Das Logistik- und Versandzentrum ist wohl das sichtbarste Zeichen für die Entwicklung und das Wachstum des regionalen Traditionsbetriebs. Für die Lutz-Gruppe ist es aber auch ein wichtiger Zukunftsbaustein. „Der Neubau gilt uns als symbolische Ausrichtung auf die nächsten Jahrzehnte am und bestärkt uns in unserer Vision als intelligenter Fachhandel“, sagt Markus Lutz. Mit der digitalen und dienstleistungsorientieren Ausrichtung steigt gleichzeitig der Bedarf an spezialisierten Fachkräften. Hier verlässt sich Lutz nicht auf das Glück, sondern investiert mit einer Ausbildungsquote von über zehn Prozent langfristig in die Zukunft am Standort. Inzwischen werden 42 junge Menschen in neun Berufen ausgebildet, davon vier mit digitalem Profil.  

Das Unternehmen aus Gersthofen stellt damit aus dem vorherrschenden „Schrauben Lutz“-Image heraus unter Beweis, dass es in Sachen Digitalisierung bereits gut aufgestellt ist – für die Zukunft als intelligenter Fachhandel am Standort A³.